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Vita und Ausstellungen

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auf der Staffelei







Tom Wolfe, The Painted Word




Clement Greenberg
schaut sich ein Noland Target an


...berg, ...berg und ...berg! Greenberg, Rosenberg und Steinberg, Tom Wolfe
...berg, ...berg und ...berg!
(Greenberg, Rosenberg und Steinberg)
60 x 80 cm
om Wolfe, Jahrgang 1931, arbeitete als Reporter u.a. für "The Washington Post", "Esquire" und "Harper's". In den sechziger Jahren gehörte er mit Truman Capote, Norman Mailer und Gay Talese zu den Gründern des New Journalism, einer Synthese aus Journalismus und Literatur.
Der vielfach preisgekrönte Schriftsteller ist als Autor zahlreicher Sachbücher und des Bestsellers Fegefeuer der Eitelkeiten weltweit hoch angesehen. Hier möchte ich vor allem auf das bildauslösende Buch

Worte in Farbe - The painted word hinweisen und es Ihnen wärmstens empfehlen.


... vereinigten sich nach dem Krieg zum cénacle des cénacles, den Schöpfern des abstrakten Expressionismus. Die meisten Mitglieder hatten sich unter größten Mühen durch die Depression geschleppt, und ihnen war nun nach einem Bohemedasein in höchster Ernsthaftigkeit zumute. Die großen Theoretiker, die diesem cénacle des cénacles entwuchsen, waren Clement Greenberg und Harold Rosenberg. Sie waren beide mit den unterschiedlichsten abstrakten Künstlern befreundet gewesen. Ein Geheimnis von Greenbergs und Rosenbergs verblüffendem Erfolg lag darin, daß sie nicht wie die etablierten Kritiker waren - denn sie waren ja keine reinen Kritiker: Sie sprachen mit der Stimme der Boheme ... und natürlich lauschte da le monde.
Der größte Teil der Theorie bis zum Jahre 1950 hatte seine Ursprünge bei Greenberg. Doch dann kam Rosenberg. Natürlich war jegliche Rückkehr zum Realismus indiskutabel, aber Rosenberg hatte eine Lösung: "Action Painting". Was da auf der Leinwand landen sollte, war kein Gemälde, sondern ein Ereignis. Die Aussage, daß der abstrakte Expressionismus ein Kind war, das nur seine Eltern wirklich lieben konnten, soll seine Theoretiker keineswegs abwerten. Gute fünfzehn Jahre lang projizierten sie diesen Stil, diesen ihren ungeliebten Balg, bis er die ganze Leinwand der Kunstgeschichte ausfüllte.
Steinberg gehörte zu jenen Autoritäten, die die Pop-art salonfähig machten. Johns und sein Freund Robert Rauschenberg waren die Hauptpersonen, die sich in den fünfziger Jahren gegen die inzwischen heiliggesprochenen abstrakten Expressionisten zu wehren begannen. Realismus und dreidimensionale Illusion sind noch immer verboten. Noch immer herrscht der Gott der Flachheit. Steinberg fügt einfach nur hinzu: "Ich habe eine neue Welt gefunden, die noch flacher ist." ...

Weiter schreibt Tom Wolfe in seinem Buch: ... In fünfundzwanzig Jahren wird dieser Gedanke nicht mehr so spöttisch klingen. Ich würde fast wetten, daß im Jahr 2000, wenn das Metropolitan oder das Museum of Modern Art eine große Retrospektive über die amerikanische Kunst von 1945 bis 1975 zusammenstellt, die drei Künstler, die dort zu sehen sind, nicht Pollock, de Kooning und Johns sein werden - sondern
Greenberg, Rosenberg und Steinberg.

"Welch glückliche Stunden erwarten sie alle! Und mit welchem Kichern, Lachen und gutmütigen Erstaunen werden sie auf die Ära des Gemalten Wortes zurückblicken!"

Brief von Tom Wolfe